Ehe für alle

Am 17. Mai 1990 traf die WHO (Weltgesundheitsorganisation) die Entscheidung, Homosexualität nicht mehr als psychische Krankheit anzusehen. Heute, rund 27 Jahre später, wurde im deutschen Bundestag beschlossen, dass auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen. Bei 623 abgegebenen Stimmen sprachen sich 393 Abgeordnete für die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare aus.

Das Thema dieser Abstimmung steht nicht erst seit kurzem zur Debatte und hat im Vorfeld schon ziemlich viele, „schlagfertige“ Gegenargumente hervorgezaubert. Von „Mimimimi, das ist doch gegen die Natur, mimimi“ bis zum Familienvorschlag der AfD trieben es die Politiker*innen bunter als auf der Regenbogenfahne. Aus diesem Anlass hier:

Die zehn „schönsten“ Argumente gegen die Ehe für alle

1. „Die Ehe ist ein Bündnis zwischen Mann und Frau! Das war schon immer so.“

Die Erde ist eine Scheibe! Das war schon immer so. Folter ist eine super Methode um Informationen zu kriegen! Das war schon immer so. Frauen dürfen nicht wählen! Das war schon immer so. Alles ganz logisch, oder?

2. „Die Ehe dient der Fortpflanzung.“

Okay, wenn das so ist, dann müssten  alle Paare, die heiraten wollen, ihre Fruchtbarkeit medizinisch belegen lassen. Außerdem müsste dann ein Gesetz entworfen werden, welches bestimmt, in welchem Zeitraum nach der Eheschließung das erste Kind geboren werden muss. Sonst macht das alles keinen Sinn!

3. „Das Kindeswohl muss geschützt werden.“

Bei solchen Argumenten denkt man doch gerne an „Teenie-Mütter“ oder „Teenager werden Mütter“ und fragt sich, wo die ganzen Moralapostel in diesem Fall bleiben. Außerdem gibt es viele Kinder und Jugendliche, die sich eine Familie wünschen und diese erst durch Adoption bekommen können. Da es in der gleichgeschlechtlichen Ehe theoretische zu keiner Fortpflanzung kommen kann, haben so viele Kinder eine Chance auf eine Familie. Übrigens beweisen Studien, dass es Regenbogenkindern nicht schlechter geht als Kindern in einer „heterosexuellen Familie“.

4. „Dann könnte man auch Vielehen erlauben.“

Wo auch immer dieses Argument herkommt: Mit einem Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe, wo es wie bei der heterosexuellen Ehe um ZWEI Menschen geht, die sich lieben, diskriminiert man auch die sexuelle Orientierung der einzelnen Person. Somit lässt sich eine homosexuelle Ehe gar nicht gleichschließen mit einer Vielehe. Denn hier können die Personen (zumindest einmal) verheiratet sein.

5. „Es gibt doch die eingetragene Lebenspartnerschaft.“

Ja, aber in dieser sind die Rechte der beiden Partner*innen wiederum  anders als in der Ehe. Und warum sollte man jemanden Rechte wegnehmen, nur weil sie/er sich in eine/n Frau/Mann verliebt hat?

6.“Aber in der Bibel steht, das…“

Das Eva aus der Rippe Adams gezeugt wurde? Sind die beiden dann nicht verwandt? Wie auch immer,  ich bezweifle stark, dass Gott Waffen, Kriege und ähnliches gut heißt, und sich gegen Liebe aussprechen würde.

7.“Die Ehe steht im Grundgesetz. Eine Änderung wäre verfassungswidrig.“

Well played, immer schön auf das Grundgesetz zurückgreifen, da kann man nichts falsch machen. Blöd nur, wenn das einzig und allein „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung“ steht. Wer nun wen heiraten darf, ist darin aber nicht festgelegt und eine Änderung somit unnötig.

8. „Das spricht gegen die deutsche Leitkultur.“

Döner essen, Mode aus Italien tragen und sich nicht in einer Schlange anzustellen dann auch.

9. „Das ist gegen die Natur.“

Liebe ist eine (komplizierte) biochemische Reaktion im Körper eines Menschen ausgelöst durch Hormone. Also sehr natürlich. Was allerdings gegen die Natur sprich sind Autos, Plastik und Herzschrittmacher. Noch Fragen?

10. „Das kann man nicht machen.“ – Hedwig von Beverfoerde

Naja, liebe Frau von Beverfoerde, irgendwie schon, wie sie vermutlich mitbekommen haben!

Traurig eigentlich, dass im Jahre 2017 Diskriminierung und Benachteiligung noch immer mit solchen Argumenten verteidigt werden. Man muss selbst nicht homosexuell sein, um die Rechte anderer einzufordern. Denn schlussendlich geht es um Liebe und nichts anderes. Vielleicht versteht das auch Österreich irgendwann.

Bis bald,

Melanie

 

nr-Jahreskonferenz 2017

Dieses Wochenende fand die diesjährige Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz zum Thema „Leiden schafft Recherche“ auf dem NDR-Gelände in Hamburg statt. Und was soll ich sagen? Nicht nur der Header der Veranstaltung klingt komplex, sondern auch die Vorträge, Workshops und Diskussionen hatten es in sich.

Als angehende*r Journalist*in blickt man immer wieder mit einer gewissen Ehrfurcht zu den „alten Hasen“ im Business auf. Wird mir die „Story meines Lebens“ auch einmal in die Arme fallen? Oder werde ich ewig bei einer Lokalzeitung sitzen und mich darüber freuen, wenn alle paar Jahre ein neuer Bürgermeister gewählt wird, damit ich ein Interview führen kann? Bitte nicht falsch verstehen: Das ist ebenso eine Arbeit, die einen erfüllen kann. Aber vor allem, wenn man jung ist und für diesen Beruf „brennt“, hat man ganz andere Ziele und somit auch insgeheime „Vorbilder“.

Umso aufregender war es natürlich, diese dann auch in Hamburg zu treffen. Ob nun Franziska Augstein, Hans Leyendecker, Ingo Zamperoni oder Armin Wolf: So viele verschiedene Meinungen treffen selten aufeinander. Zuhören, mitreden und das alles auf Augenhöhe ist meiner Meinung nach für einen gewissen Lernprozess viel wichtiger, als Vorlesungen in der Universität. Denn noch kein*e gute*r Journalist*in ist vom Büro aus schlau geworden. Und das ist nur eine der wenigen Erkenntnisse, die ich dieses Wochenende gesammelt habe.

Ob ich nun meine ganzen Eindrücke auf einen Punkt bringen kann? Ehrlich gesagt würde ich es sehr traurig finden, wenn ich das könnte. Nach spannenden Diskussionen war ich selbst oft zwiegespalten und ich bin noch immer verblüfft, wie verschieden man Themen aufbereiten und dann verbreiten kann. Als Journalist trägt man diese Verantwortung mit sich. Denn ich habe auch gelernt, dass ein Fehler nicht nur eine Fehlinformation für die Rezipient*innen bedeutet, sondern auch Leben zerstören kann. Dass Aktivismus und Journalismus schwer zu trennen sind und dennoch trennbar sein müssen. Und auch, dass eine einheitlich neutrale Haltung ein Wunschgedanke ist, hinter dem sich viele gerne verstecken.

Ich verbleibe jedenfalls mit der allerwichtigsten Erkenntnis, die ich von diesem Wochenende mitgenommen habe: Der beste Lehrer ist die Lebenserfahrung. Das ist so und wird auch immer so bleiben!

Bis bald,

Melanie

Österreich raucht aus

Eines der letzten „Raucherparadiese“ Europas: Ein fragwürdiges Kompliment für Österreich, vor allem anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31.05.2017. Letztes Jahr wurde nach langem hin und her beschlossen, dass ab Mai 2018 in Österreich alle öffentlichen Orte, wo Speisen und Getränke hergestellt, verarbeitet, verabreicht oder konsumiert werden, rauchfrei sein müssen.

Jeder Österreicher kennt es: Man geht am Samstag „eh nur einen Sprung fort“ und wacht Sonntag dann mit fünf neuen Brandblasen und als lebende Tschick wieder auf. Im Endeffekt bereut man nicht das letzte Glas Spritzer, sondern viel mehr die Tatsache, dass man die ganze Kleidung im Schlafzimmer liegen gelassen hat. Die lässt sich übrigens super wiederverwenden, in dem man sie nochmal anzieht um für das Mittagessen ins Gasthaus zu gehen. Vorausgesetzt, man hat sich am Vortag nicht ang’spieben, eh kloa!

Außerdem ist es selbstverständlich, dass man in Österreich ab 16 Jahren Zigaretten kaufen darf. Der ganze Spaß soll aber auch ein Ende finden: Laut einem Beschluss der Jugendreferent*innen der Bundesländer soll das Alterslimit für den Zigarettenkauf auf 18 Jahre angehoben werden, und das Mitte 2018. Übersetzt: Die Jahrgänge nach 2000 können sich jetzt das Anfangen mit dem Rauchen ersparen, weil es schließlich noch dauert, bis sie ihre eigenen Tschick kaufen können. Oder die älteren Jahrgänge nutzen das Privileg der Volljährigkeit und handeln mit Zigarrettenpackungen á la „Oida, i hätt do wos für di, nur 10 Euro pro Packerl!“ Über die moralische Vertretbarkeit muss natürlich jeder selbst entscheiden.

Die Meinungen über die neuen Beschlüsse sind natürlich nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch in der Politik geteilt. Während SPÖ-Gesundheitssprecher Erwin Spindelberger 2016 von einem „historischen Beitrag zur Steigerung der Gesundheit der Menschen in Österreich“ sprach, argumentierte die damalige Klubobfrau des Team Stronachs Waltraud Dietrich damit, dass man  „nicht alles, was die Gesundheit gefährdet, aus dem Leben entfernen kann.“ Was Alexander van der Bellen als Bundespräsident und bekennender Kettenraucher dazu sagt, würde den einen oder anderen vielleicht auch interessieren.

Die einzige Frage, die ich mir nun stelle: Warum dauert das alles so lange? Warum müssen Gastronomie-Betriebe zuerst in getrennte Raucher-Lokalteile investieren, wenn sie ein paar Jahre später sowieso alles auf Nichtraucher umstellen müssen? Warum kann das Jugendschutzgesetz nicht so schnell wie möglich geändert werden, sondern wird erst „irgendwann Mitte 2018“ in Kraft treten? Aber Hauptsache es kleben die unnötigen Bilder auf den Zigarettenschachteln, denn deshalb haben bestimmt schon viele mit dem Rauchen aufgehört…

Bussi Baba,

Melanie

Menschen Museum Berlin

Alle Präparate dieser Ausstellung sind echt. Sie stammen von Menschen, die zu Lebzeiten darüber verfügt haben, dass ihr Körper nach dem Ableben dauerhaft konserviert und in dieser Ausstellung für die Ausbildung zukünftiger Generationen verwendet werden darf. […] Dafür sind wir Ihnen zu tiefem Dank verpflichtet.“

Dankbarkeit. Etwas, das in unserer modernen Welt schon lange zu kurz kommt. Wir leben zu schnell, essen zu viel und schlafen zu wenig. Das wir aber eigentlich aus „Zufall“ hier sind, und uns nur ein Körper für dieses Leben gegeben wurde, vergessen wir viel zu oft. Auch wenn unsere Knochen stärker als Stahl sind, wir machen uns selbst kaputt mit schlechter Ernährung oder durch gebrochene Herzen.

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Die Ausstellung „Körperwelten“ von Dr. Gunter von Hagens im Berliner Menschen Museum am Alexanderplatz fasziniert nicht nur Mediziner*innen, sondern ist für Jung und Alt gedacht. Das Werk des deutschen Arztes soll zur Aufklärung der Öffentlichkeit beitragen, ohne das die Identität der Spender*innen Preis gegeben wird.

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob es verwerflich ist, tote Körper und vor allem Babys auszustellen. Doch um etwas wirklich verstehen zu können, muss man es gesehen haben.

Bis bald,

Melanie

Felix fliegt nun ohne Fallschirm

Felix wer? Ach stimmt, der Baumgartner, der seine Freundin gerne in ein Möbelstück verwandelt, wenn es einmal schnell gehen muss. Als Stratosphärenspringer kann es vorkommen, dass die Sauerstoffversorgung des Gehirns zu kurz kommt. Bei 39 Kilometer im freien Fall auf die Erde könnte natürlich durchaus Schlimmeres passieren. Blöd nur, wenn der eigene Weltrekord zwei Jahre später von einem Wissenschafter gebrochen wird und die ganzen Bemühungen umsonst waren…

Was macht man dann? Richtig, man redet über Politik, merkt aber, dass man selbst dafür zu unsympathisch ist und befürwortet eine „gemäßigte Diktatur“, weil man „in einer Demokratie nichts bewegen könne“. Wenn also aus der Politikerkarriere auch nichts wird, bleibt einem nur mehr eines übrig: Ein sexistisches Arschloch auf sozialen Plattformen zu werden. Respekt, funktioniert bis jetzt super!

Jüngstes Beispiel ist die Kritik an der Kritik von Puls- 4-Infochefin und Moderatorin Corinna Milborn. Richtig gelesen: Die Kritik an der Kritik. Gehört zum guten, österreichischen Ton die ganze Sudderei. Die Diskussion wurde durch die Osterwerbung von Palmers angestiftet, worauf Corinna Milborn reagierte. Auf dem Bild sind sechs, nur mit Unterwäsche bekleidete Frauen zu sehen, die bäuchlings in einem schmutzigen Raum auf einem alten Teppich Palmers-Höschen präsentieren. Die Werbung erinnert Frau Milborn an ihre „Recherchen zu Menschenhandel“ und „so eine Ästhetik“ sei für Werbung „sehr unpassend“. Die Krone berichtete unter anderem über ihre Kritik, sowie über das Statement von Bundeskanzlersohn Nikolaus Kern, Journalistin Nina Horaczek und weiteren Persönlichkeiten. Den ganzen Artikel der Krone dürfte sich Felix Baumgartner dennoch nicht durchgelesen haben, denn der wetterte prompt auf seiner Facebook-Seite nur über Corinna Milborn:

©Facebook: Felix Baumgartner

 

Soso, er springt da „gerne mal dazwischen rein“. Frau Milborn kann wirklich froh sein, das er sie nicht sofort anspringen will, sondern nur ihre Figur kritisiert. Aber machen Sie sich nichts daraus, Frau Milborn, kein Wunder, wenn jemand „Born to fly“ ist. Nämlich „Born to fly into a Fettnäpfchen“. Aber vielleicht wird es doch nochmal spannend zwischen den beiden, denn Felix Baumgartner hat „doch sicher die Eier, sich der Diskussion zu stellen“. Jedenfalls in der PULS4-Sendung „Pro und Contra“. Bis dahin würde ich ihm nur gerne ans Herz legen, dass „Weltklasse“ ein Substantiv ist und man es groß schreibt. Aber was weiß ich als Frau schon? Ich gehöre in die Küche und zwar als Esstisch-Ersatz.

Bussi baba,

Melanie

Veränderungen mit Folgen

Der Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung ist längst kein Geheimnis mehr. Die Metaphylaxe, sprich die prophylaktische Behandlung von allen Tieren im Stall wenn ein Krankheitsfalls auftritt, gehört zur Betriebsroutine. Verständlich, aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Was aber macht dieses Antibiotika mit dem menschlichen Körper nach dem Verzehr? Können wir wirklich eine „Antibiotikaresistenz“ entwickeln?

Vorweg: Nicht der Mensch selbst wird resistent, sondern die Krankheitserreger können durch Antibiotika nicht mehr abgetötet werden. Einfach zusammengefasst bedeutet das, dass Bakterien über die Jahre hinweg einen Schutzmechanismus entwickelt haben, um ihren Stamm vor dem Aussterben zu bewahren. Eine Mutation mit Folgen!

Laut einer Studie der  Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben rund 70.000 Menschen weltweit an den Folgen von Infektionen mit multiresistenten Keimen. Besonders gefährdet sind hierbei Babys, ältere Menschen, AIDS-Patienten, Organempfänger oder Krebspatienten, die aufgrund einer Chemotherapie stark geschwächt sind.

Diese Patient*innen bekommen meist Reserveantibiotika, also Antibiotika die Ärzte*innen verschreiben, wenn es keine andere Möglichkeit der Behandlungsform gibt. Diese Arzneimittel werden als „besonders wichtig für den Menschen“ eingestuft, und müssen daher möglichst selten in Verwendung kommen.  Laut WELT handelt sich um Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone, die Menschen bei hartnäckigen Harn- und Atemwegsinfektionen verschrieben werden, und um Cephalosporine der dritten und vierten Generation, also neuere Medikamente.

Nun zur eigentlichen Problematik: Wenn in großen Mastbetrieben Tiere erkrankt sind,  muss schnell und effektiv gehandelt werden. Ein Tier allein mit Medikamenten zu versorgen ist in diesem Fall sinnlos, da man nicht weiß, welche anderen Tiere noch mit den Erregern infiziert sein könnten. Um hier eine Epidemie zu vermeiden, müssen möglichst alle Krankheitserreger im Betrieb abgetötet werden. Reserveantibiotika vernichten eine große Spannbreite der Bakterien, und sind ein effizienter Lösungsweg. Vorausgesetzt alle Tiere werden mit den Präparaten gefüttert. Umso öfter nun aber diese Reserveantibiotika verwendet werden, umso eher „gewöhnen“ sich die Bakterienstämme und werden resistent. Das führt nun einerseits dazu, das Reserveantibiotika nicht mehr alle Bakterien abtöten können und andererseits zu einem veränderten Bakterienstamm, der für Mensch und Tier gefährlich werden kann.

In Deutschland ist die Verordnung der Medikamente erlaubt, jedoch ist das Thema ein politischer Streitpunkt. Der deutsche Agrarminister Christian Schmidt (CSU) sprach sich 2016 im ARD-Morgenmagazin gegen ein Verbot von Reserveantibiotika in der Tierhaltung aus. Es sei „rechtlich und medizinisch nicht möglich“, jedoch soll der Einsatz von Reserveantibiotika in der Tiermedizin reduziert werden.

Das diverse Bakterien resistent gegen Antibiotika sind, liegt natürlich nicht nur am Fleischverzehr. Auch die häufige oder falsche Einnahme des Medikaments trägt dazu bei. In einer Studie der WHO gab ein Drittel der 9772 Befragten an, das sie die Tabletten nur so lange einnehmen, bis die Symptome abgeklungen sind. Ein fataler Fehler, denn das begünstigt eine Antibiotikaresistenz der Bakterien. Neben der Nahrung und der richtigen Einnahme ist die Hygiene auch ein wichtiger Faktor, nicht nur innerhalb von Krankenhäusern und sanitären Anlagen.

Bis bald,

Melanie

Bemerkenswert

Brandnew Dating-Tipps 2017

Mädels, packt die Rasierer aus und eure „Hello-Kitty“-BHs wieder ein: Der Frühling steht vor der Tür und so auch Testosteron überlastetes, männliches Material. Vergesst ab heute eure absolut romantische Beziehung mit den „Hallo-bittschon!“-Dönermann zwei Straßen weiter. Denn nur, weil er weiß, das ihr euren Döner ohne Tomaten wollt, muss er nicht unbedingt der sein, der euch um drei Uhr nachts mit drei Promille und nur einen Schuh am Fuß nach Hause bringt. Wir warten jetzt auf Mr. Right, wie er mit seinem schneeweißen Gaul auf uns zugeritten kommt und uns dann gentlemanlike auf einen veganen LowCarb-Chiasamen-Apfelzimt-Shake im Mcfit unserer Wahl einlädt.

Als professionelle Fulltime-Bloggerin könnt ihr euch natürlich vorstellen, an welchem Stress ich derzeit leide: Einladungen zu Events, bei denen nicht mal Z-Promis auftauchen wollen und massenhaft Anfragen für Fototermine von meinem Selfiestick. Zara hat sich übrigens auch bei mir gemeldet. Die meinten, ich soll aufhören, die Marke auf diversen Fotos von mir zu markieren, das wäre rufschädigend. Für mich natürlich. Aber trotzdem finde ich für euch Zeit. Nur für euch, meine geliebten „Bauchfrei-geht-bei-dem-Wetter-schon“-Girls, die noch um halb fünf Uhr morgens zu „All-the-Single-Ladies“ im Club enthusiastisch tanzen, da sie noch auf die Typen hoffen, die Torschlusspanik bekommen und sich an alles ranmachen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

Meine Tipps sind so überzeugend, Elyas M’Barek hat seine Perle Ende letzten Jahres nicht umsonst verlassen, nachdem ich ihn mit zwei Cosmopolitan in der Hand und ohne Strumpfhose bei minus 10 Grad über den Weg gelaufen bin. Ihr denkt das ist gelogen? Okay ihr habt Recht, als könnte ich mir zwei Cosmopolitan leisten. Stil ist eben für mich auch 2017 ein Fremdwort.

5 Must-Have-Dating-Tipps für Frauen im Frühling 2017

1.Slow-Motion

Ihr erinnert euch bestimmt an die bekannte „Baywatch“-Szene mit Pamela Anderson? Wenn nicht, dann solltet ihr spätestens jetzt ganz schnell aufhören zu lesen, nicht, das sich eure Eltern über den neu erlernten Wortschatz wundern. Zurück zu Pam: Was soll ich sagen? Bis jetzt dachten wir doch alle, dass ihr blondes Haar und die gemachten Brüste ihre Erfolgsquote bei Männern Nähe drölfzig bringt. Doch in Wirklichkeit ist es der langsame Run, der die Herzen katapultartig in die Höhe schlagen lässt. Aus einem einfachen Grund, denn die rechte männliche Gehirnhälfte arbeitet sehr langsam und muss gewisse Reize erst transportieren. In der Linken geht es übrigens nur um Bier und Fußball, da brauchen wir uns nichts vormachen. Also was merken wir uns? Alles ganz, gaanz, gaaanz langsam machen. Reden, essen, aus der Bahn aussteigen: Es kann so einfach sein. Aber Achtung: Die Grenze zwischen „lasziver Diva“ und „kurz vor dem dritten Schlaganfall“ ist schmal. Sehr schmal.

2.Emanzipation

Es soll sie wirklich geben: Die süßen und schüchternen Mädchen, die auf geheimnisvoller Weise attraktiv wirken und schwer zu haben sind. Das sind auch locker die, die früher das Extra von der „Bravo-Girl!“ geklaut haben, um sich damit freche Flechtfrisuren zu zaubern und in der Schule damit angeben zu können. So wollen wir nicht sein. Wir sollten eher die sein, die auf einen Typen zusteuern, sagen „Hey, ich habe in mein Bett geschissen, darf ich heute bei dir schlafen?“ und danach in einem peinlichen Moment des Schweigens die eigene Nummer gekonnt in sein Handy eintippen. Das ist Emanzipation, meine Damen, ab heute jagen wir!

3.Schminkprofis

Wer euch erzähle möchte, dass ihr ohne Schminke schön ausseht, lügt. Denn entweder sagt das eure Mutter (die muss), Werbung für Kosmetik, die euch natürlich aussehen lassen will (die kann) oder ein Mann, der euch ins Bett kriegen möchte oder blind ist (der muss, kann und hat keine andere Wahl). Was ich eigentlich damit sagen will, ist, dass dieses ganze Make-Up-Zeug ziemlich teuer ist und der Trend sich praktisch dreimal täglich ändert. Dass das jetzt in erster Linie nichts mit Männer zu tun hat, ist mir bewusst. Da sich aber nun schon der Großteil der Männer mittlerweile besser mit Beauty auskennt als jede zweite Frau und Bill Kaulitz zusammen, solltet ihr immer die neuesten DM-Kollektionen im Hause haben. Wem das zu teuer ist, der kann sich einfach direkt vor Ort die Testprodukte ins Gesicht klatschen. Außer euch geht es so wie mir und ihr bekommt vom reinem Zuschauen Herpes und Bindehautentzündungen. Dann geht besser ungeschminkt zu Douglas, die waschen ihre Pinsel wenigstens einmal im Monat.

4.“Willst du gelten, mach die selten!“

Oder noch besser: Verschwinde von der Bildfläche. Wenn du erst einmal super offen und direkt warst (siehe Punkt 2), kannst du dich wieder vom Gelände vertschüssen. Denn nichts macht heißer als die „Don’t-care-Attitude“. Du musst unbedingt so wenig „caren“, dass der Typ glaubt, du wärst eine Fata Morgana in seinem Vier-Uhr-Morgens-Suff gewesen. Das heißt konkret, dass du auf keine Nachricht, keinen Anruf und auch keinem Rauchzeichen von ihm antwortest. Fürs Erste, denn dann gehen wir automatisch zu Punkt 5 über…

5. Wie Jürgen Trovato

…und zwar beginnt jetzt der spaßige Teil: Das Stalken. Du hörst nicht damit auf, bis du den dritten Vornamen seines Urgroßcousins aus Guatemala kennst. Erst wenn du das erledigt hast, kannst du so viele Brieftauben auf ihn loslassen, wie du möchtest. Ja, Sms tun’s auch. Die sollten aber eine krasse Aussagekraft haben. „Heyyy“ extra, „Wie geht’s“ extra und das Fragezeichen dann auch noch in einer extra Nachricht. Warum nur einmal in seinem langsamen Gedankengang präsent sein, wenn man es auch permanent kann?

Ihr fragt euch bestimmt, warum es diesmal nur fünf Tipps anstatt der üblichen zehn sind, oder? Erstens werde ich pro Artikel und nicht pro Tipp bezahlt und unter anderem sind fünf Tipps sogar überflüssig, solange du Brüste hast! Falls ihr dennoch Fragen habt, könnt ihr gerne mich oder Bridget Jones kontaktieren, unsere Dating-Tipps ergeben ungefähr gleich viel Sinn, nur das sie mehr Geld damit macht als ich.

Also Mädels, viel Glück,

Eure Melanie

Love whatever you love

„Love your curves“- Selten eine Kampagne ging so nach hinten los, wie das derzeitige Werbeplakat vom Modekonzern Zara. Darauf zu sehen: Zwei gertenschlanke, junge Frauen. Ob man diese nun schön findet, oder eben nicht, ist Geschmackssache. Was aber außer Frage steht, ist, dass die beiden Models nicht zu den Plus-Size-Girls gehören, die diese „Kurvenpromotion“ eigentlich vertreten.

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Prompt hagelte es heftige Kritik und einen krassen Shitstorm im Internet. Die Marketing-Abteilung von Zara dürfte dennoch nicht überrascht gewesen sein. Es kann mir niemand erzählen, dass das keine geplante PR-Masche war. Übrigens hat die Sportmarke Nike fast zur gleichen Zeit eine ähnliche Kampagne gestartet, nur mit dem Unterschied, dass die Models hier auch dem „Plus-Size-Klischee“ entsprechen.

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©Nike

Nichtsdestotrotz werfen diese Fotos wieder unzählige Debatten auf: Einerseits verleiten solche Kampagnen viele junge Frauen und Männer dazu, sich selbst verzerrt zu sehen, obwohl sie normalgewichtig sind. Andererseits ist es auch kein Geheimnis, dass unsere Gesellschaft immer adipöser wird, und die Zahl der Übergewichtigen in Deutschland laut der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) steigt. Das starkes Übergewicht oder auch Untergewicht nun kein Segen für die Gesundheit ist, dürfte auch keine neue Erkenntnis sein.

Ich habe lange recherchiert und natürlich gibt es unzählige Studien. Die einen wollen uns erzählen, dass ein BMI im unterem Normalbereich (also von 19) der Schlüssel zur ultimativen Gesundheit ist. Die anderen Wissenschaftler schwören darauf, dass ein leicht erhöhter BMI (27-28) uns länger leben lässt und Krankheiten wie Alzheimer vorbeugen, wenn nicht sogar verhindern kann. Zitieren will ich von diesen Studien aber keine, da ich ehrlich gesagt trotz, oder auch genau wegen des vielen Lesens keine Ahnung habe, was hier nun der Wahrheit entspricht.

Deshalb kann ich nur so viel sagen: Was nun „gesünder“ ist, muss jeder für sich selbst bestimmen. Meist gibt der Körper einen Signale, falls etwas nicht stimmen sollte. Ein bisschen Sport und etwas auf die Ernährung achten: Es ist wirklich so einfach, man braucht keine Wunderheilmittel oder ähnliches, um gesund zu sein. Und dünn oder schlank bedeutet auch auf keinen Fall gesund, sowie dick nicht automatisch faul und krank bedeuten muss. Jedoch spielt die Optik für die meisten Leute eine viel größere Rolle als die Gesundheit. In diesem Fall gibt es auch so viele Schönheitsideale, wie es Menschen auf dieser Welt gibt. Meiner Meinung nach verändert die Werbung dieses Denken nur zu einem kleinen Teil. Ich persönlich werde Ashley Graham immer attraktiver als Heidi Klum finden. Viele werden mir hier aber widersprechen. Was auch grundsätzlich okay ist, ich hasse es nur, wenn man mir vorbeten möchte, was ich schön finden soll und was eben nicht. Danke, das schaffe ich nämlich noch ganz gut alleine.

Also Zara, ich habe eine neue Idee für euch: Wie wäre es, wenn ihr eure nächste Werbung unter dem Motto „Love your body“ stellt? Und vielleicht dann eine bunte Vielfalt an Figurtypen in eure Jeans steckt? Euch fällt auch bestimmt keine Zacke aus der Krone, wenn ihr dann auch Größen jenseits der 42 verkaufen müsstet…

Love yourself,

Melanie

Wenn der Albtraum einen Namen hat

Vor seinem Gesicht hält er schützend eine verspiegelte Mappe. Kurzes Blitzlichtgewitter – die Journalist*innen ziehen sich langsam zurück und die Verhandlung im Amtsgericht Tiergarten kann beginnen. Es ist der erste Gerichtstermin im Fall Rene B. Kaum vorstellbar, dass der Mann im roten „Coca-Cola“-Pullover ein Verbrecher ist. Rene B., der Vater zweier Kinder, die in Pflegefamilien aufwachsen, arbeitslos und obdachlos: Und nun auch bald hinter Gittern?

Wir schreiben den 23. April 2016: Laut Anklage ist der Verdächtige Rene B. im Berliner Wedding unterwegs, bis er an der Wohnungstür einer flüchtigen Bekannten klingelte. Mit dem Vorwand, seinen eigenen Schlüssel vergessen zu haben und dringend auf die Toilette zu müssen, lässt sich die Frau auf die Bitten des Täters ein. In der Wohnung ändert sich dann schlagartig der Ton von Rene B.: „Blas mir einen oder sonst stirbst du!“ Eine Drohung, die er mit körperlicher Gewalt in Form von Schlägen mit der Faust und der flachen Hand ins Gesicht und dem Nacken des Opfers unterstreicht. Der Vorwand, ein Kondom holen zu müssen, erbringt nicht die erhoffte Freiheit. Denn währenddessen versucht er, ihr Gesicht in seinen entblößten Schritt zu drücken. Der Lärm weckt den Sohn des Opfers und dieser schreitet bewaffnet mit einem Küchenmesser dazwischen, und rettet somit seine Mutter.

Während die Anklage verlesen wird, vergräbt Rene B. sein Gesicht in seinen Händen. Er will mit niemanden Blickkontakt aufnehmen, schämt sich anscheinend für seine Taten. Im Verhandlungssaal äußert der mutmaßliche Täter sich nicht zu dem Vorfall. Seine Verteidigerin vertröstet die Anwesenden auf eine Aussage zu einem späteren Handlungstermin. Einer von womöglich vielen.

Laut der Süddeutschen Zeitung ist dieser Fall keine Seltenheit. Jede dritte Frau in Europa hat als Erwachsene körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren. Das ist das Ergebnis einer EU-Studie aus dem Jahr 2014, bei der 42 000 Frauen befragt wurden. Nur rund 16 Prozent davon bringen diese Delikte auch zur Anzeige. Denn wenn der Albtraum in Person vor einem steht, ist für viele Frauen Verdrängung die beste Lösung. Scham und Angst sind die häufigsten Gründe für diese Entscheidung. Doch warum scheint es für uns Bürger*innen so, dass diese angezeigten Verbrechen entweder gar nicht oder zu Milde bestraft werden? „Die Nachweisbarkeit einer Vergewaltigung oder eines sexuellen Missbrauches ist komplizierter als bei Eigentumsdelikten“, sagt Lisa Jani, Richterin und Pressesprecherin des Amtsgerichts Tiergarten. „Im Zweifelsfall ist es immer besser, einen Schuldigen laufen zu lassen, als einen Unschuldigen für viele Jahre ins  Gefängnis zu bringen.“

von Melanie Köppel

Vom BWL-Student zum preisgekrönten Filmemacher

Seine fixen Arbeitsinstrumente: Ein Laptop und ein Handy. Der Arbeitsplatz hingegen ändert sich nahezu täglich. Der Filmemacher İlker Ҫatak hat das geschafft, wovon viele Filmstudierende träumen. Schon während seines Studiums realisierte der 33-Jährige diverse Kurzfilme. Besonders seine Filme „Wo wir sind“ und „Sadakat“ stechen heraus. Mit beiden gewann er den Kurzfilmwettbewerb des Max-Öphuls-Festivals. Zusätzlich folgte die Nominierung für den Student-Academy-Award, mit dem sein Film „Sadakat“ auch ausgezeichnet wurde. Des Weiteren erhielt er ebenfalls mit „Sadakat“ den First-Steps-Award in der Kategorie „Kurz- und Animationsfilm“. Was der Filmemacher selbst zu seinen Erfolgen sagt und wie seine Familie darüber denkt, hat İlker mir* in einem Telefongespräch erzählt, während er im Zug für ein Projekt nach München pendeln musste.

 

Zuerst hast du bei verschiedenen Filmproduktionen gearbeitet und danach erst ein Studium absolviert. Wieso wolltest du noch ein Studium anhängen?

Ich hatte mich bei diesen Produktionen beworben, weil ich für das Studium, das ich eigentlich machen wollte, praktische Erfahrung brauchte. Der Entschluss war schon vorher da, aber da ich für die Bewerbung Praktika brauchte, musste ich diese natürlich auch machen.

Aber im Endeffekt hast du dich dann doch für die DEKRA Hochschule entschieden, wo man keine Praktika-Erfahrung für die Bewerbung benötigt. Wie kam es denn dazu?

Ursprünglich habe ich an der Freien Universität in Berlin BWL studiert. Leider machte mir dies nach einer gewissen Zeit keinen Spaß. Also habe ich mich an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) und an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf (HFF) beworben. Beide haben mich abgelehnt, aber ich wollte unbedingt Film studieren und so bin ich an die DEKRA Hochschule gekommen.

 

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©Unbekannt

Also denkst du, dass das Studium ausschlaggebend für deinen jetzigen Erfolg war?

Das kann ich nicht sagen. Was ausschlaggebend war, ist vermutlich eine Kombination an Ereignissen. Ob das nun ein Kommilitone war, dem ich begegnet bin oder etwas, was mir im Unterricht vermittelt wurde oder ob es dann doch die Erziehung meiner Eltern war: Im Endeffekt gibt es nie schwarz und weiß, sondern immer eine Mischung aus Grautönen.

Apropos Eltern: Was sagt deine Familie zu deinen Erfolgen?

Na, die freuen sich natürlich, verständlicherweise.

Fun Fact: Ich bin auf das Filmemachen eigentlich durch das Arbeitsamt gekommen. Der Berater meinte so: „Was sind denn deine Hobbies?“ Und ich meinte: „Kino.“ Und er meinte: „Ja gut, dann mach halt Kino.“

Du hast schon viele große Preise gewonnen: Gibt es dir Selbstsicherheit oder ist es ein Antrieb für noch größere Projekte?

Selbstsicherheit geben mir Preise schon. Aber in erster Linie sind sie auch Türöffner für weitere Projekte. Im Endeffekt fängst du nach jedem Projekt wieder bei null an. Mit jedem Projekt werden die Karten neu gemischt. Aber klar, größere Projekte sind auch der Versuch, nach den Sternen zu greifen. Da will ich hin.

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©Unbekannt

Nun kurz zu einem anderen Thema: Du hast dein Abitur in Istanbul gemacht. Warum bist du danach wieder zurück nach Deutschland?

Weil ich Zivildienst machen musste. Ich war also wieder in Deutschland und habe zu studieren begonnen. Aber davor war ich acht Jahre in der Türkei. Meine Familie lebt zum Teil noch in Istanbul und Ankara.

Mit wem hättest du einmal Lust zu arbeiten?

Die Frage kann ich nicht wirklich beantworten, da ich in meinem letzten Film mit jeden zusammenarbeiten durfte, mit dem ich wollte. Aber wenn du mich nun nach amerikanischen Stars fragst, die finde ich uninteressant. Deshalb muss ich dich bei dieser Frage leider auch enttäuschen (lacht).

Also hast du gar keine hochgesteckten Träume?

Doch schon.Aber es ist doch viel geiler wenn man Freunde pusht und die dann zu Stars macht als andersrum. Gut mir fällt jetzt jemand ein: Mit Nina Hoss würde ich gern einen Film drehen.

Welchen Tipp kannst du Studierenden geben, die dich als Vorbild haben?

Geht raus und dreht eure Filme und wartet nicht darauf, perfekte Umstände zu haben. Denn es muss nicht die beste Kamera sein, solange ihr eure Geschichte erzählen könnt. Am Anfang ist es ganz wichtig, einfach zu produzieren. Mit jedem Projekt lernst du neue Sachen. Lernst im Schnitt was funktioniert und was nicht. Das ist ein Prozess, der Zeit braucht. Im Großen und Ganzen musst du Spaß an der Sache haben und darfst dich nicht vom Ehrgeiz zerfressen lassen.

Ich habe noch ein paar kurze Entweder- / Oder-Fragen für dich!

Schieß los!

 

Frühaufsteher oder Langschläfer?

Frühaufsteher

 

Schifahren oder Strandurlaub?

Strandurlaub

 

Currywurst oder Döner?

(lacht) Döner

 

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Während der Reise nach München ©Ilker

 

Partynacht oder Filmeabend?

Oh, da fragst du aber was! Also beides!

 

Und wenn du nur eines wählen kannst?

Ne, ich habe gerade beides erfunden!

 

Okay, also zuerst Partynacht und danach einen Film?

Nein, andersrum, nach der Partynacht bist du ja zerstört!

 

Berlin oder Hamburg?

Tut mir leid, das sind aber bescheuerte Fragen! Ich liebe Hamburg und Berlin, ist so, als würde ich dich fragen, welchen deiner Daumen du lieber magst!

 

Danke für deine Ehrlichkeit und auch für das Interview!

Auch wenn man sich etwas Anderes von einem Preisträger erwartet: İlker Ҫatak ist auf dem Boden geblieben und liebt einfach das, was er täglich machen kann. Das ist wahrscheinlich sein bisher größter Erfolg!

Bis bald,

Melanie

*Bildauswahl und Textüberarbeitung: Vanesa Heilig

 Der Artikel erschien zuerst im EX!-Magazin der DEKRA Hochschule.