Yep, still NOT in Berlin!

Ich mache sehr gerne Fehler. Man kann super daraus lernen, sich ewig daran erinnern und wenn man seinen geistigen Verstand einigermaßen gut beherrscht, dann macht man keinen Fehler zweimal. Blöd für mich, dass das mit dem Verstand oft nicht so funktioniert. Einen Fehler, den ich gerne immer und immer wieder begehe, ist es, manche Ereignisse viel zu früh anzukündigen. Damit beschere ich nicht nur meinen Mitmenschen oft viele Momente der Verwirrung, sondern mir selbst meist ganz viele Überraschungen. Wenn zum Beispiel der Postbote ganz entzückt zu fragen beginnt, wie es wohl in Berlin sein wird und mir dann erklärt, dass er es von der Nichte seiner Ex dessen Lehrers Brieffreundin gehört hat. Ihr versteht bestimmt meine Metapher. Jedenfalls gibt es dann immer ganz tolle Fragen und Aussagen in diesem Zusammenhang, welche eindeutig in die Kategorie „amüsant“ fallen. Oft würde ich in solchen Situationen gerne frei heraus und herrlich sarkastisch antworten. Lässt aber meine gute Erziehung und meine Moral nicht ganz zu. Deshalb habe ich die zehn besten Fragen und Aussagen aus meinen hintersten Gedankengängen hervorgeholt, um einfach so zu antworten, wie ich es hauptsächlich gerne tun WÜRDE.

1.Was machst denn du noch da? Bist du nicht in Berlin?

Was? Wir sind nicht in Berlin? Geographie war leider noch nie so meine Stärke. Aber wenn ich mich nochmal verfahre, dann komme ich vielleicht irgendwann am Weg auf einen Kaffee bei dir vorbei.

2.Warst du schon einmal in Berlin?

Nein, warum auch? Die Wohnung kann man sich ganz leicht auf Amazon bestellen, die Unis warten nur auf mich und für die Ummeldung reicht eine eingescannte „Billa- Vorteilscard“. Alles easy.

3.Also ich würde mich das nicht trauen….

Cool.

4.Vielleicht hast du dann einen Berliner als Freund und bleibst für immer dort.

Du wünscht mir nur einen?! Also ich hab da so an drei gedacht. Einer kocht, der andere putzt und der Dritte macht meine Wäsche. Ja, dann würde ich für immer dort bleiben.

5. Was sagt den denn dein Freund dazu?

In Bezug auf die letzte Frage, welcher von den Vieren nun?

6.Hast du dann kein Heimweh?

Falls ich haben sollte, fahre ich einfach zu irgendeiner Kläranlage. Dort riecht es dann wenigstens wie zu Hause.

7.Ich muss dich unbedingt einmal besuchen kommen! (Meist Leute, von denen ich ewig nichts mehr gehört habe oder mit denen ich  zum ersten Mal in meinem Leben rede.)

Ja, total gerne! Schreib dich auf die Liste, wo die restlichen 100 Anfragen darauf warten, bearbeitet zu werden. Würde dir terminlich das Jahr 2076 passen?

8.Wenn du dann einmal im Fernseher zu sehen bist, erwähnst du mich eh, oder?

Klar, während ich George Clooney interviewe, werde ich deinen Namen einblenden lassen! Am besten quer über sein Gesicht.

9. Berlin ist ja sooo weit weg. Kommst jetzt drei Jahre gar nicht mehr heim?

Nein. Einfach nein.

10. Absoluter Klassiker: Wirst du mich vermissen?!

Ehrlich gesagt: Nein! Aber weißt du, wen ich wirklich vermisse? Den Typ, mit dem ich letztens gute 10 Sekunden Augenkontakt im Bus hatte.

Bevor sich jemand gekränkt fühlt: Es gibt keine dummen Fragen, bloß dumme Antworten. Humor ist im Endeffekt doch nur trotzdem zu lachen!

Bis zum nächsten Mal,

Melanie

Moving to Berlin 1.0

Normalerweise bin ich der klassische Neandertaler  in Sachen Technologie. Briefe statt E-Mails, Notizblöcke statt Smartphone, Buch statt E-Reader… Ja, die Liste ist lang! Dennoch habe ich mich spontan dazu entschlossen, einen Blog zu starten. Vielleicht auch gerade aus dem Grund, da man als angehende Journalistin  nicht gerade mit Pergamentpapier und Feder punkten kann.

Was euch in diesem Blog erwartet? Jedenfalls keine Beautyguru- Tipps, Chia-Samenzüchter und Dagi-Bee-Hyper. Ich gehöre eher zu dem Typ Frau, der lieber eine halbe Stunde länger schläft, als top gestylt aus dem Haus zu tänzeln. Sorry Umwelt! Außerdem benötige ich am Wochenende, wo ich mich trotz mangelndem Talent gerne schminke, gut zwanzig Minuten um Lippenstift aufzutragen. Ansonsten würde ich wie ein koksabhängiger Straßenclown durch die Gegend laufen und das will niemand. Wirklich niemand. In Wahrheit bin ich einfach nur ein bisschen neidisch auf alle Mädels, die sich in Handumdrehen einen Laufsteg-Look stylen können. Na, wie fühlt es sich an, Beauty-Gott-Liebling zu sein? Ich fühl jedenfalls rein gar nichts.

Hauptbestandteil meines Blogs wird vor allem eines werden: Mein neues Leben. Nein, ich habe keine religiöse Konversion unternommen, weder meine Haare gefärbt, noch bin ich zum Gym- Häschen mutiert. Ich ziehe nach Berlin und nach Aufnahmeprüfungen, etlichen Wohnungsbesichtigungen mit mindestens fünfzig, schwitzenden Menschen zusammengepfercht in einer 30m² Wohnung und einigen Behördenwege, ist es in zwei Wochen endlich soweit. Ja, ich freue mich sehr und bin sogar ein bisschen aufgeregt. Wie es in Berlin werden wird? Keine Ahnung, ich lass mich gerne überraschen.

Ich halte euch auf alle Fälle auf dem Laufenden!

Bis dann,

Melanie